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Delta-9-THC vs. THCP: die wichtigsten Unterschiede

Delta-9-THC vs. THCP: die wichtigsten Unterschiede

Der wichtigste Unterschied zwischen Delta-9-THC und THCP liegt in einer Seitenkette des Moleküls: Bei THC besteht sie aus fünf, bei THCP aus sieben Kohlenstoffatomen. Dadurch bindet THCP im Labor deutlich stärker an den CB1-Rezeptor. Delta-9-THC ist seit Jahrzehnten erforscht und kommt in Cannabis in großen Mengen vor. THCP kommt in der Pflanze nur in Spuren vor, wird für Produkte meist synthetisch hergestellt und ist am Menschen kaum untersucht.

Delta-9-THC: der bekannteste Wirkstoff von Cannabis

Delta-9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC, ist der Stoff, der für die berauschende Wirkung von Cannabis verantwortlich ist. Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni beschrieben 1964 seine Struktur. In der Pflanze liegt THC überwiegend als Säure vor, als THCA, und entsteht erst beim Erhitzen. Das erklärt unser Artikel über THCA.

THC bindet an den CB1-Rezeptor im Gehirn. Das kann die Wahrnehmung, das Denken und die Reaktionsfähigkeit verändern. Als Arzneistoff ist THC unter dem Namen Dronabinol bekannt und wird in Deutschland auf ärztliche Verschreibung eingesetzt. Frei verkäufliche Produkte sind davon zu unterscheiden. Für sie gelten keine Heilaussagen.

THCP: ein seltener Verwandter von THC

THCP (Tetrahydrocannabiphorol) wurde 2019 von einem italienischen Forschungsteam in Cannabis nachgewiesen und im Fachjournal Scientific Reports beschrieben. Laut dem Wikipedia-Artikel zu Tetrahydrocannabiphorol bindet es im Labor etwa 33-mal stärker an den CB1-Rezeptor als THC. Das bedeutet nicht, dass THCP pro Milligramm 33-mal stärker wirkt. Wie es beim Menschen wirkt, ist nicht ausreichend untersucht.

Weil die Pflanze nur sehr wenig THCP bildet, wird der Stoff für Produkte in der Regel im Labor hergestellt. Damit gehört THCP zu den synthetischen oder halbsynthetischen Cannabinoiden. Wir bewerben THCP nicht.

Delta-9-THC vs. THCP im direkten Vergleich

  • Seitenkette: THC fünf Kohlenstoffatome, THCP sieben
  • Vorkommen: THC in großen Mengen, THCP nur in Spuren
  • Herkunft in Produkten: THC aus der Pflanze, THCP meist aus dem Labor
  • Rezeptorbindung: THCP bindet im Labor stärker an CB1
  • Forschung: THC seit Jahrzehnten untersucht, THCP kaum
  • Rechtslage: für beide gelten eigene Regeln, bei neuen synthetischen Stoffen ändert sich die Einordnung häufig

Nebenwirkungen und Risiken im Vergleich

Die möglichen Nebenwirkungen von THC sind gut beschrieben. Dazu gehören Herzklopfen, Schwindel, Mundtrockenheit, Angstgefühle und eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit. Für THCP fehlen solche Daten. Weil THCP stärker an den CB1-Rezeptor bindet, sind stärkere Reaktionen denkbar. Bei synthetisch hergestellten Produkten kommen Risiken durch Verunreinigungen und ungenaue Angaben hinzu.

Nachweisbarkeit und Straßenverkehr

Drogentests sind auf THC ausgelegt. Ob sie THCP erkennen, ist kaum untersucht. Für THC gilt in Deutschland ein Grenzwert im Blutserum von 3,5 ng/ml. Mehr dazu erklären unsere Artikel zum THC Speicheltest und zu THCP im Speicheltest.

Delta-9-THC und THCP im Überblick

Delta-9-THC ist der gut erforschte Hauptwirkstoff von Cannabis. THCP ist ein seltener, stärker bindender Verwandter, der für Produkte meist synthetisch hergestellt wird und dessen Wirkung beim Menschen kaum untersucht ist. Wenn du Produkte mit natürlich vorkommendem THC suchst, findest du sie in der Kategorie Delta-9-THC, zum Beispiel als THC Gummibärchen.

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